Wenn man sich eine Karte von Schottland ansieht, stellt sich eine naheliegende Frage: Warum entstand eine der wichtigsten Städte des Landes genau an diesem Ort?

Die Lage Edinburghs ist das Ergebnis mehrerer Faktoren, die sich über Jahrhunderte hinweg als ideal für eine dauerhafte Siedlung erwiesen haben. Strategische Verteidigung, Zugang zu Handelswegen und eine ungewöhnliche Topographie.

Eine natürliche Festung
Der Ort, an dem heute Edinburgh Castle steht, war bereits früh ein strategisch bedeutender Platz.
Der steile Felsen bot mehrere Vorteile wie eine hervorragende Übersicht über die Umgebung, schwer zugängliche Hänge und damit eine natürliche Verteidigungsposition.

Schon lange bevor die mittelalterliche Stadt entstand, gab es hier befestigte Siedlungen. Für frühe Herrscher war dieser Ort ideal, um Kontrolle über die umliegende Region auszuüben.
Die Royal Mile als natürliche Siedlungsachse

Von der Burg aus zieht sich ein langgestreckter Höhenrücken nach Osten. Auf diesem Rücken entwickelte sich im Laufe des Mittelalters die Altstadt von Edinburgh. Die Hauptstraße, die heute als Royal Mile bekannt ist, verband mehrere wichtige Punkte Edinburgh Castle, St. Giles’ Cathedral und Holyrood Palace. Entlang dieser Achse entstand eine dichte Bebauung mit Wohnhäusern, Werkstätten und Märkten.
Nähe zu wichtigen Handelswegen
Obwohl Edinburgh auf einem Hügel liegt, war die Stadt eng mit dem Handel verbunden. Nur wenige Kilometer nördlich befindet sich der Firth of Forth, ein großer Meeresarm der Nordsee. Über den Hafen von Leith konnte Edinburgh Waren importieren, Handel mit Europa treiben und wirtschaftlich wachsen.
Begrenzter Platz und ungewöhnliche Stadtstruktur
Da die mittelalterliche Stadt auf einem schmalen Höhenrücken gebaut wurde, war der Platz begrenzt. Dadurch entwickelte sich eine ungewöhnlich dichte Bebauung. Typisch wurden die hohen Wohnhäuser mit den engen Gassen den sogenannten Closes, als schmale Durchgänge zwischen Gebäuden. Viele dieser Strukturen sind bis heute erhalten und prägen das Erscheinungsbild der Altstadt.
Erweiterung im 18. Jahrhundert
Mit der Zeit wurde die Altstadt überfüllt und hygienisch problematisch. Im 18. Jahrhundert entschied man sich deshalb, nördlich der Altstadt eine neue Stadt zu errichten: die New Town.
Diese wurde bewusst anders geplant mit breiten Straßen, großzügigen Plätzen und symetrischer Architektur.
Die New Town gilt heute als eines der bedeutendsten Beispiele georgianischer Stadtplanung in Europa. Edinburgh entstand nicht zufällig an diesem Ort.

Die Stadt entwickelte sich hier, da mehrere Faktoren zusammenkamen. Einerseits eine eine gut zu verteidigende Lage, weiters eine natürliche Siedlungsachse entlang eines Höhenrückens, ein Zugang zum Meer und zu Handelsrouten und damit wirtschaftliche und politische Bedeutung. Diese Kombination machte den Standort über Jahrhunderte hinweg attraktiv und prägte das Stadtbild bis heute.




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