Es hat mit einer einfachen Frage begonnen: Monika überlegte irgendwann, ob sie für die Reise ein klassisches Reisetagebuch erstehen soll. Ich habe damals spontan „Nein“ gesagt – nicht weil ein Reisetagebuch keine gute Idee wäre, sondern weil ich mir dachte, dass man das heute vielleicht auch anders und vielleicht sogar besser lösen kann. Vor allem fast in Echtzeit für Interessierte sichtbar. Die Grundidee ist nicht völlig neu: Gute Freunde von uns haben sie bereits vor Jahren bei einer USA-Reise in Form einer gemeinsamen Dropbox für ihre Fotos umgesetzt – und damit ein Vorbild geschaffen, an das wir hier anknüpfen. So entstand nach und nach die Idee zu einer eigenen kleinen Website als digitales Reisetagebuch. Bei einer kurz darauf folgenden Gelegenheit bin ich dann über das Domainkürzel .icu gestolpert und habe gesehen, dass ausgerechnet edinburgh.icu auch noch frei war – damit war die Entscheidung im Grunde gefallen.
Der Domain-Name edinburgh.icu entstand ursprünglich als kleine Wortspielerei – und gleichzeitig als persönliches Symbol für eine Reise, auf die lange hingefiebert wurde. Im Mittelpunkt steht dabei meine Tochter Julia. Sie hat Edinburgh im Rahmen einer schulisch organisierten Sprachreise kennengelernt und war von der Stadt sofort fasziniert: von der Atmosphäre, den Menschen, der Geschichte und natürlich von der englischen Sprache, die dort überall lebendig zu hören ist. Seit dieser Reise hat sie immer wieder davon gesprochen, irgendwann zurückzukehren. Genau dieses Wiedersehen ist nun der eigentliche Kern der Reise im Sommer 2026.

Meine Frau Monika wird ebenfalls mit nach Schottland reisen – und freut sich mindestens genauso darauf. Für sie ist es ein neues Erlebnis, für Julia ein Wiedersehen, und für beide gemeinsam die Gelegenheit, eine Stadt zu entdecken, die zwischen mittelalterlicher Altstadt, georgianischer Eleganz und rauer schottischer Landschaft eine ganz eigene Mischung bietet.
Mein Beitrag zu diesem Projekt findet eher im Hintergrund statt. Ich bleibe zu Hause – jemand muss schließlich die vier Katzen davon überzeugen, den Haushalt nicht vollständig zu übernehmen – habe aber die Website eingerichtet, damit die beiden ihre Eindrücke festhalten können. Kleine Geschichten, Fotos, Begegnungen oder einfach Momentaufnahmen des Alltags in Edinburgh. So entsteht Schritt für Schritt ein digitales Reisetagebuch, das später nicht nur Erinnerungen konserviert, sondern auch zeigt, wie diese Reise erlebt wurde.
Das Kürzel ICU im Domainnamen ist dabei bewusst mehrdeutig gewählt und lässt mehrere Lesarten zu:
„Edinburgh – I see you“
Im Sinne von: Wir sehen dich – wir kommen. Die Stadt wird nicht nur besucht, sondern bewusst wahrgenommen. Edinburgh ist ein Ort, der bereits Eindruck hinterlassen hat und nun erneut entdeckt werden soll – vielleicht mit einem anderen Blick als beim ersten Mal.
„Edinburgh – I seek you“
Im Sinne von: Ich suche dich oder ich sehne mich nach dir. Das beschreibt ziemlich gut die Mischung aus Vorfreude, Wiedersehen und Neugier. Manche Orte entwickeln eine besondere Anziehungskraft – Edinburgh scheint für Julia genau so ein Ort geworden zu sein.
„Edinburgh Intensive Care Unit“ – mit einem Augenzwinkern
Eine bewusst humorvolle Interpretation: Die Intensivstation. Die beiden sollen Edinburgh gewissermaßen „intensiv“ erleben – nicht nur im Schnelldurchlauf der typischen Sehenswürdigkeiten, sondern mit Zeit für Details, für kleine Straßen, für Gespräche mit Menschen und für Dinge, die man normalerweise übersieht.
Und vielleicht bekommt edinburgh.icu noch eine weitere Bedeutung: Die beiden Damen werden einige kleine Dinge mitnehmen – Sticker, Postkarten, Buttons oder andere Kleinigkeiten die ich als Merch für diese Domain anfertigen habe lassen –, die sie unterwegs verschenken oder weitergeben können. Wer eines dieser Stücke irgendwo entdeckt oder bekommt, findet auf der Karte oder dem Aufkleber den Hinweis auf diese Website.

So kann sich die Reise auch über Edinburgh hinaus weiter fortsetzen: Menschen könnten sich über das Kontaktformular melden und erzählen, wo sie den Sticker gesehen haben, wo die Karte gelandet ist oder wie sie darauf gestoßen sind. Diese Rückmeldungen werden gesammelt und später auf einer eigenen Seite dokumentiert.
Auf diese Weise wird aus einer Reise nicht nur ein persönliches Erinnerungsprojekt, sondern vielleicht auch ein kleines Netz aus Geschichten, Begegnungen und Orten – verbunden durch eine einfache Idee:
Edinburgh.icu – wir sehen die Stadt. Und vielleicht sieht sie auch ein wenig von uns.




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