Das Wetter in Edinburgh
Das Wetter in Edinburgh hat einen gewissen Ruf. Nicht unbedingt, weil es besonders extrem wäre – sondern weil es besonders wechselhaft ist. Ein alter schottischer Spruch bringt das ziemlich gut auf den Punkt: Wenn man mit dem Wetter nicht zufrieden ist, soll man einfach zehn Minuten warten. In Edinburgh funktioniert das erstaunlich oft. Innerhalb eines einzigen Spaziergangs kann man Sonne, Wind, Regen und wieder Sonne erleben. Manche sagen sogar, man könne hier vier Jahreszeiten an einem Tag sehen
Zahlen und Fakten zum Klima
Edinburgh hat ein gemäßigtes maritimes Klima. Das bedeutet: relativ milde Winter, kühle Sommer und Wetter, das sich schnell ändern kann.
Einige typische Werte:
Durchschnittstemperatur im Jahr: etwa 8–9 °C.
Durchschnittliche Sommertemperaturen: etwa 18–19 °C am Tag rund 11 °C in der Nacht.
Durchschnittliche Wintertemperatur im: etwa 3 °C.
Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei ungefähr 670–870 mm.
Die Temperaturen bewegen sich im Jahresverlauf meist zwischen etwa 1 °C und 18 °C im Durchschnitt und bleiben damit insgesamt relativ moderat.
Die vier Reiter des schottischen Wetters

Wenn man das Wetter in Schottland beschreiben will, sprechen manche scherzhaft von den „Four Horsemen of Scottish Weather“. Regen – selten als stundenlanger Starkregen, sondern eher als ständige Begleitung in Form von Niesel, Schauern oder kurzen Regengüssen. Wind – Edinburgh gilt als recht windige Stadt, weil Luftmassen vom Atlantik über den Firth of Forth hinwegziehen. Luftfeuchtigkeit – die Nähe zum Meer sorgt dafür, dass sich Temperaturen oft kühler oder wärmer anfühlen, als sie tatsächlich sind. Sommer – ein eher ironischer vierter Reiter, weil der schottische Sommer zwar sehr schön sein kann, aber selten lange anhält. Gerade diese Mischung macht das Klima aus: selten extrem, aber oft überraschend.




Midges – die kleinen Begleiter
Wer sich außerhalb der Stadt bewegt – besonders in den Highlands oder an Seen im Sommer – begegnet manchmal den Midges. Das sind winzige Stechmücken, die besonders an windstillen, feuchten Tagen auftreten. Culicoides impunctatus, in Großbritannien Highland Midge genannt, ist eine blutsaugende Insektenart aus der Familie der Gnitzen (Ceratopogonidae). Das Verbreitungsgebiet ist Eurasien von den Britischen Inseln bis nach China.
In Edinburgh selbst sind sie meist kein großes Problem, weil der Wind in der Stadt häufig stärker ist. Aber in ruhigen Tälern oder an Seen können sie durchaus lästig werden – ein Grund mehr, warum ein bisschen Wind manchmal gar nicht so schlecht ist.
Extremwerte
Trotz des meist gemäßigten Klimas gibt es auch in Edinburgh Extremwerte. Die höchste gemessene Temperatur lag bei etwa 31 °C im Jahr 2019.Die tiefste gemessene Temperatur wurde während der Kälteperiode im Winter 2010 mit rund −14 °C registriert. Solche Werte sind jedoch selten. Im Alltag bewegen sich die Temperaturen meist deutlich näher am Durchschnitt.
Der Golfstrom – Schottlands „Zentralheizung“
Eine der wichtigsten Ursachen für das relativ milde Klima ist der Nordatlantikstrom, der Teil des Golfstromsystems ist. Er transportiert warmes Wasser aus der Karibik in Richtung Europa und sorgt dafür, dass selbst weit im Norden gelegene Regionen deutlich wärmer sind als vergleichbare Breiten.
Das hat einen erstaunlichen Effekt: Edinburgh liegt auf etwa 55° nördlicher Breite – also ungefähr auf der Höhe von Städten wie Moskau oder Labrador. Trotzdem sind die Winter dort deutlich milder.
Man kann den Golfstrom daher tatsächlich als eine Art „Zentralheizung des Atlantiks“ betrachten, die Schottland kontinuierlich mit relativ warmer, feuchter Luft versorgt.
Alles in Allem is das Wetter in Edinburgh ist selten spektakulär, aber immer interessant. Große Hitze oder extreme Kälte sind selten, dafür wechseln sich Regen, Wind und Sonne oft schnell ab. Oder wie es in Schottland gerne heißt: Wenn dir das Wetter nicht gefällt – warte einfach zehn Minuten. Dann ist es wahrscheinlich schon wieder anders.

