Geologie



Das Fundament: Der Karbon-Vulkanismus


Vor etwa 340 bis 350 Millionen Jahren, im Karbon, befand sich Schottland in der Nähe des Äquators. Die Region war tektonisch aktiv, was zu massivem Vulkanismus führte. Arthur’s Seat und Holyrood Park sind die Überrestes eines großen Vulkanschlotes. Was man heute sieht, ist das „Skelett“ des Vulkans – die harte, erstarrte Lava und Magmafüllung, die im Schlot abkühlte. Der Castle Rock, der Felsen, auf dem Edinburgh Castle thront, ist ein basaltischer Vulkanpfropfen (Volcanic Plug). Er ist extrem widerstandsfähig gegen Erosion.

Die Salisbury Crags sind ein Paradebeispiel für einen Sill (Lagergang). Magma drückte sich horizontal zwischen bestehende Sedimentschichten und erstarrte dort zu hartem Dolerit.

Zwischen den vulkanischen Aktivitäten lagerten sich in flachen Seen und Flussdeltas Sedimente ab. Diese bildeten Sandstein. Ein Großteil der „New Town“ besteht aus dem hellen Sandstein von Craigleith. Dieser Stein ist prägend für das Stadtbild und zeugt von einer Zeit, als die Region von Flusssystemen durchzogen war.

In den tieferen Schichten finden sich Ablagerungen von Schiefer und Kohle, die später für den Bergbau in der Region Lothian wichtig wurden.

Das Prinzip „Crag and Tail“ oder auch die Modellierung durch Gletschereis

Das heutige Gesicht erhielt Edinburgh vor allem während der letzten Eiszeit (vor ca. 20.000 Jahren). Ein massiver Gletscher bewegte sich von Westen nach Osten über das Land. Der harte Basalt widerstand dem Eis und zwang den Gletscher, sich zu teilen. Der Gletscher stieß auf die harten Vulkanpfropfen („Crag“; Fels), den Castle Rock.

Im Windschatten des Felsens („Tail“; Schweif)wurden weichere Sedimente vor dem Abtrag geschützt. Dies ist das markanteste geomorphologische Merkmal Edinburghs. Die Royal Mile liegt genau auf diesem „Schweif“, der vom Schloss sanft hinunter zum Palace of Holyroodhouse abfällt.

Wer mehr über die Geologie von Ediburgh und der Umgebung erfahren möchte, kann die Website der Edinburgh Geological society besuchen.

James Hutton: Die Wiege der modernen Geologie

>> hier gibt es auch einen eigenen Blogbeitrag zu diesem Thema<<

Man kann nicht über Edinburghs Geologie sprechen, ohne James Hutton zu erwähnen. Im 18. Jahrhundert beobachtete er an den Salisbury Crags (heute als Hutton’s Section bekannt), wie flüssiges Magma in Sedimentschichten eingedrungen war. Diese Beobachtung widerlegte die Theorie, dass alle Gesteine aus dem Urmeer ausgefällt wurden (Neptunismus). Hutton erkannte, dass die Erde weitaus älter sein musste, als die Kirche lehrte, da die geologischen Prozesse (Erosion, Hebung, Schmelze) enorme Zeiträume beanspruchen („Deep Time“).