Edinburgh



Edinburgh – Geschichte, Wahrzeichen und Festivalstadt



Edinburgh ist seit dem 15. Jahrhundert Hauptstadt Schottlands und Sitz des schottischen Parlaments. Mit rund 525.000 Einwohnern ist sie nach Glasgow die zweitgrößte Stadt des Landes. Die Stadt liegt an der Ostküste südlich des Firth of Forth und verbindet mittelalterliche Altstadt mit klassizistischer Neustadt.

Der Name geht auf das frühmittelalterliche „Din Eydin“ („Burg von Eydin“) zurück, woraus sich über das angelsächsische „burh“ der heutige Name entwickelte.

🏰 Edinburgh Castle


Das Wahrzeichen als Ursprung der Stadt steht auf dem vulkanischen Castle Rock, rund 120 Meter über dem Meeresspiegel. Die steilen Felswände auf drei Seiten machten den Ort zu einer natürlichen Festung.

Erste urkundliche Erwähnung: 1093
Ältestes erhaltenes Bauwerk: St. Margaret’s Chapel (12. Jahrhundert)
Mehrfach belagert während der schottischen Unabhängigkeitskriege
Residenz der schottischen Monarchen, unter anderem Maria Stuart. Mit rund zwei Millionen Besuchern jährlich ist das Schloss die meistbesuchte Attraktion Schottlands.

Bedeutende Attraktionen im Castle – Eine Auswahl



Stone of Scone

Der historische Krönungsstein der schottischen und später britischen Monarchen befand sich von 1996 bis 2024 im Schloss. 2023 wurde er für die Krönung von Charles III. nach London gebracht und anschließend nach Schottland zurückgeführt.

One O’Clock Gun

Täglich (außer sonntags) wird um 13 Uhr eine Kanone abgefeuert – ursprünglich als Zeitzeichen für Schiffe im Firth of Forth, heute eine feste Besucherattraktion.

Mons Meg

Eine gewaltige Kanone aus dem 15. Jahrhundert mit 50 cm Kaliber und 6,6 Tonnen Gewicht.

Edinburgh Military Tattoo

Seit 1950 findet jeden August auf der Esplanade vor dem Schloss dieses weltbekannte Militärmusikfestival statt. Besucherzahlen 2024: rund 2 Millionen.


🌳 Grüne Hauptstadt

Mit über 112 Parks und mehr Bäumen pro Einwohner als jede andere Stadt Schottlands gilt Edinburgh als besonders grün. Zu den bekanntesten Grünflächen zählen die Princes Street Gardens, Arthur’s Seat sowie die Pentland Hills.

📚 Literarische Bedeutung


Die Encyclopædia Britannica, eines der bedeutendsten Nachschlagewerke der Welt, wurde ab 1768 erstmals in Edinburgh herausgegeben. Die erste Auflage erschien zwischen 1768 und 1771 in drei Bänden und wurde von Colin Macfarquhar und Andrew Bell verlegt; als Hauptautor wirkte William Smellie. Damit gilt Edinburgh als Geburtsort eines der einflussreichsten enzyklopädischen Werke der Neuzeit.

Weitere sehr bekannte Autoren: Sir Walter Scott, Adam Smith, Robert Louis Stevenson, Arthur Conan Doyle, Muriel Spark, Irvine Welsh

J. K. Rowling schrieb große Teile der Harry-Potter-Reihe in Cafés in Edinburgh. Die Stadt gilt daher als inoffizieller Entstehungsort der weltberühmten Buchserie.

🕯 Unterirdische Stadt


Unter den engen Gassen der Altstadt („Closes“) befinden sich historische Gewölbe und Räume, die vor über 400 Jahren genutzt und teilweise bewohnt waren. Teile dieser sogenannten Underground City können heute im Rahmen von Führungen besichtigt werden.

📏 Die Royal Mile


Die Royal Mile verbindet Edinburgh Castle mit dem Palace of Holyroodhouse. Sie misst keine exakt englische Meile, sondern eine sogenannte „Scots Mile“ – eine Meile plus 107 Yards (etwa 1,81 km).

🐧 Ein General im Zoo: Nils Olav III


Im Edinburgh Zoo lebt Sir Nils Olav III, ein Königspinguin und ehrenhalber Generalmajor der Kongelige Norske Garde.

Die Verbindung zwischen Norwegen und Edinburgh besteht seit 1913.

1961 wurde ein Pinguin als Maskottchen der norwegischen Garde adoptiert. Seitdem wird der jeweilige „Nils Olav“ bei offiziellen Besuchen feierlich befördert. Die Zeremonien erfolgen mit militärischem Protokoll inklusive Parade und Inspektion.

Nils Olav I (bis 1987)
Nils Olav II – 2008 von Harald V. zum Ritter geschlagen
Nils Olav III – 2023 zum Generalmajor befördert

🎭 Edinburgh Festival Fringe



Das Edinburgh Festival Fringe ist das größte Kunstfestival der Welt. Es entstand 1947, als acht nicht zum offiziellen Festival eingeladene Theatergruppen aus Protest eigene Aufführungen am „Rand“ („Fringe“) veranstalteten.

Jeden August verdoppelt sich die Einwohnerzahl der Stadt (nebst den Preisen…). 2024 gab es über 51.000 Aufführungen aus mehr als 3.300 Shows. Veranstaltungsorte reichen von Pubs, Kellern und ungewöhnlichen Räumen bis zu großen Stadien wie Tynecastle Park. Das bekannte „Underbelly“-Zelt gilt als eines der Wahrzeichen des Festivals. Viele internationale Künstler begannen hier ihre Karriere, darunter Robin Williams, Emma Thompson und Hugh Laurie. Das Festival generiert jährlich einen wirtschaftlichen Effekt von über 260 Millionen Pfund für die schottische Wirtschaft und ist bekannt für seine offene, experimentelle und dynamische Atmosphäre.


Edinburgh vereint vulkanische Landschaft, mittelalterliche Festungsarchitektur, königliche Geschichte, literarische Weltbedeutung, internationale Festivaldynamik und außergewöhnlich viele Grünflächen. Zwischen Castle Rock, Royal Mile, unterirdischen Gewölben und einem Pinguin-General entsteht eine Stadt mit starkem historischem Fundament und lebendiger kultureller Ausstrahlung.