Blog Edinburgh 2026

Edinburgh Tag 5 – National Museum Scotland / Greyfriars Kirkyard / The Real Mary Kings Close

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Hallo Ihr Lieben!

Die Zeit hier in Edinburgh vergeht leider viel zu schnell, heute ist schon der fünfte Tag unseres Aufenthaltes hier und wir möchten gar nicht daran denken, dass wir schon die Hälfte unserer Zeit hier hinter uns gebracht haben. Aber es war wieder ein Tag voller aufregender und spannender Erlebnisse.

Alle unsere Unternehmungen heute, fanden in der Innsnstadt von Edinburgh statt. Zuerst waren wir im National Museum of Scotland. Seit 1999 ist dieses Museum mit dem Royal Museum zusammengelegt worden und seitdem befindet sich alles unter einem Dach, es ist also riesig. Auf Wien umgelegt, beinhaltet dieses Museum das NHM, das KHM, das Technische Museum und noch Teile der Albertina. Und das Allerbeste daran ist – das Ganze ist für alle kostenlos. In Wien ist ein Museumsbesuch ja nur für Jugendlicher unter 19 Jahren kostenfrei (und das auch nur in den Bundesmuseen) und Erwachsene zahlen voll. Ich finde, was das anbelangt, da könnte Österreich sich von den Schotten durchaus eine Scheibe abschneiden, denn das ist gelebte soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit, denn so wird Bildung allen Menschen zugänglich, egal welcher sozialen Schicht sie angehören.

Wenn man sich alles ansehen will, sollte man auf jeden Fall mindestens zwei , besser drei Stunden für einen Besuch einrechnen. Im schottischen Nationalmuseum gibt es alles und jedes. Es sind insgesamt drei Stockwerke, die Räume sind in verschiedene Themenbereiche geteilt. Es gibt sogar auf jeder Etasge einen Museums-Shop. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Umstand für Eltern von kleineren KIndern, durchaus eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellen kann 😉

Nach dem Museum machten wir uns auf den Weg zum Greyfriars Friedhof. Dieser wurde im Jahr 1562 gegründet und stammt daher aus der Eppoche der Rainassance. Bevor der Boden zur Gründung des Friedhofs offiziell von Maria Stuart freigegeben wurde, stand an dieser Stelle ein mittelalterliches Franziskanerkloster. Beim Betreten und Durchgehen, beschleicht einem sofort das Gefühl, irgendwie in einem Fantasyfilm wie Harry Potter geland zu sein. Die Grabsteine stehen irgendwie in der Erde, es gib keinerlei Blumenschmuck oder Einfassungen an den Gräbern, nur Grabssteine, die tw. kreuz und Quer in der Wiese rumstehen . Als wir dort waren, fand gerade eine Hochzeit statt. Der Mann hatte einen Kilt, die schottische National-Tracht, an. Auch bei den Gästen trugen etliche Männer Kilt. Das sah für uns Österreicher natürlich schon etwas sonderbar aus. Am liebsten hätte ich ja ein Foto gemacht, habe das aber natürlich nicht durchgeführt. Vor dem Friedhof gibt es eine kleine Statue von einem Hund, es ist ein Skye-Terrier, namens Bobby. Bobby war der Hund eines Mönches, der damals in dem Franziskanerkloster lebte. Als der Mönch starb, wich der kleine Hund nicht mehr von seinem Grab. Er lebte von da an sozusagen auf dem Friedhof. Die Menschen franden das sehr berührend. Sie liebten den kleinen treuen Hund und brachten ihm Futter und Wasser auf den Friehof. Als Bobby dann selbst starb, bekam er ein eigenes Grab auf dem Friedhof, der dann an dieser Stelle erbaut wurde. Heute gilt Bobby als eine der beliebtesten Touristen-Ziele von Edinnurgh. Eine Legende sagt, dass das Berühren seiner Nase Glück bringen soll. Leider bringt Bobby das kein Glück, denn durch den Fettfilm der mrnschlichen Haut wird dadurch das Material zerstört, weshalb die Nase mittlerweile abgeplättert ist. Die Schotten bitten die Touristen daher seit langem schon, diese Tradition zum Schutz der Statue zu unterlassen, da die Restaurierungen jedes Mal sehr teuer sind. Leider fruchtet das nichts, wie ich selber heute gemerkt habe, jeder tatscht die Nase an. Ich habe es nicht getan. Ich hoffe ich habe trotzdem Glück 😉

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Innenstadt inkl. Mittagspause im Cafe Nero, gleich an der Ecke zur Royal Mile, kamen wir zum Real Mary Kings Close. Wir nahmen an einer Führung teil, bei der wir ins Schottland des 17. Jahrhunderts eintauchten, als unter den Dächern der Stadt noch eine weitere unterirdische „Stadt“ lag, nämlich die Vaults. Das sind mehrere nebeneinanderliegende, langgezogene Kellergewölbe. In jedem dieser Gewölbe hausten damals Menschen, die am Rande der Gesellschaft lebten und kein Geld für eine ordentliche Bleibe hatten. In den Vaults gab es jeweils abgetrennte Bereiche, Räume die etwa 20 m2 groß waren, darin lebte zB eine fünfköpfige Familie. Das kann man sich heutzutage, in unserer von Luxus und allen Annehmlichkeiten geprägten Gesellschaft, kaum vorstellen. Die Hygienebedingenung waren ja zur damaligen Zeit, als es noch keine durchgehende Kanalisation gab, schon generell ziemlich katastrophal, und in den Vaults waren sie noch viel schlimmer. Es gab keine Toiletten, weshalb die Menschen dazu gezwungen waren, ihre Notdurft in einen Holzbottich zu verrichten. Wenn dieser voll war, wurde er einfach aus den Fenstern auf der Straße entleehrt. Dabei wurder zur Warnung für unten stehende oder gehende Personen gerufen „Be aware Gardy Loo“ also auf deutschs „Vorsicht, Toilette“. Oft kam die Warnung auch zu spät. Den Gestank kann sich wohl jeder denken. Die Führerin die wir hatten, hieß Beth und schaffte eine sehr authentische Atmosphäre. Sie war auch historisch gekleidet, um das Ganze noch authentischer wirken zu lassen. Sie erzählte uns unter anderem, dass in den Vaults unter der Stadt noch der Geist eines kleinen Mädchens lebt, die damals als ca. achtjähriges Kind von ihren Eltern zurückgelassen wurde, da sie eine Krankheit hatte. Wir waren im Schlafraum dieses Mädchens. Besucher bringen oft Spielzeug oder Bilderbücher mit. Julia erzählte mir nach der Führung dass sie kalte Hände hatte, eine ihrer Hände aber beim Betreten dieses Raumes plötzlich ganz warm wurde. Beim Hinausgehen, wurde die Hand wieder kalt. Ziemlich gruselig eigentlich … Uns hat es jedenfalls sehr gut gefallen, und wir hatten spannende, kurzweilige und informative Führung.

PS: Der The real Mary Kings Close kommt daher, dass die Menschen damals oft lange Wege um die riesigen Häuserkomplexe zurücklegen mussten. Um Zeit zu sparen, wurden daher schmale Durchgänge durch die Häuser gegraben, die sogenannten „Closes“. Durch diese „Abkürzungen“ konnte man nun viel schneller von A nach B gelangen. Und ob bei diesen „Grabungen“ eine bestehende Wohnung zerstört wurde, war den Leuten damals ziemlich egal. Die nun obdachlos gewordenen Menschen konnten ja immerhin ein Stockwer tiefer, in die Vaults ziehen. 🫣

Wir hoffen, wir lesen uns morgen wieder!

Bis dahin

lg Moni, Julia & Sir Archie

National Museum of Scotland


Greyfriers Kirkyard


The Real Mary Kings Close


Impressionen