Geschichte



Frühzeit und Mittelalter

Die Region um Edinburgh war bereits in der Bronze- und Eisenzeit besiedelt, lange bevor die Stadt selbst entstand. Der markante Basaltfelsen, auf dem heute das Edinburgh Castle steht, wurde ab dem 7. Jahrhundert als natürlicher Verteidigungspunkt genutzt.

Unter König David I. entwickelte sich im 12. Jahrhundert eine befestigte Siedlung mit ersten Stadtrechten. Entlang des Gratrückens zwischen Burg und dem heutigen Holyrood entstand die spätere Royal Mile, das Rückgrat der mittelalterlichen Stadt. Edinburgh wuchs dicht, steil und verwinkelt – eine mittelalterliche Stadt mit engen Gassen, hohen Häusern und starkem Bevölkerungsdruck.

15. bis 17. Jahrhundert


Im 15. Jahrhundert wurde Edinburgh zur Hauptstadt Schottlands und bekam damit politischen, juristischen und administrativen Vorrang. Die Stadt dehnte sich wegen ihrer topografischen Lage kaum flächig aus, sondern baute in die Höhe: Die bis zu zehnstöckigen „Tenements“ in der Old Town waren für ihre Zeit ungewöhnlich. 1603 kam es zur Union of the Crowns, als Jakob VI. von Schottland als James I. auch König von England wurde. Der Hof zog nach London, Edinburgh blieb jedoch das Zentrum schottischer Justiz und Bildung. 1707 folgte die politische Union mit England zum Königreich Großbritannien, womit Edinburgh zwar politische Macht verlor, aber seinen kulturellen und akademischen Einfluss behielt.

18. Jahrhundert – Aufklärung und New Town

Im 18. Jahrhundert wurde Edinburgh zu einem geistigen Zentrum Europas. Die Schottische Aufklärung brachte bedeutende Denker wie David Hume und Adam Smith hervor; die Stadt gewann den Ruf des „Athens of the North“.

Gleichzeitig war die mittelalterliche Altstadt überfüllt, unhygienisch und baulich erschöpft. Um diesen Zustand zu verbessern, entwarf man die New Town, ein groß angelegtes Stadtplanungsprojekt im eleganten georgianischen Stil. Hier entstanden breite Straßen, Plätze und Wohnhäuser, die bewusst im Kontrast zur engen Old Town standen. Die Stadt erhielt damit ihre bis heute charakteristische Zweiteilung in Alt- und Neustadt.

19. und 20. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert setzte die Industrialisierung ein: Brauereien, Druckereien, Werkzeug- und Maschinenbetriebe prägten die Wirtschaft. Gleichzeitig wurde Edinburgh zu einem medizinischen, juristischen und administrativen Zentrum. DieUniversity of Edinburgh festigte ihren internationalen Ruf, und zahlreiche öffentliche Gebäude, Museen und Verwaltungsstrukturen entstanden. Im 20. Jahrhundert verlor die Stadt im Vergleich zu Glasgow an industrieller Bedeutung, konnte sich aber als Kultur- und Wissensstandort behaupten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden verschiedene politische Reformen angestoßen, die letztlich zu mehr schottischer Autonomie führten.

Seit 1999 – modernes Schottland

Mit der Devolution und der Wiedererrichtung eines eigenen schottischen Parlaments wurde Edinburgh 1999 erneut Regierungssitz.

Das markante Scottish Parliament Building steht heute am unteren Ende der Royal Mile. Edinburgh entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zu einer europäischen Kulturmetropole, bekannt für das Edinburgh International Festival, das Fringe Festival und Hogmanay.

Gleichzeitig blieb die historische Struktur aus mittelalterlicher Old Town und georgianischer New Town erhalten und bildet einen großen Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Heute ist Edinburgh ein Zentrum für Kultur, Bildung und Verwaltung.